Der Begriff "Gestalt"

Der Begriff “Gestalt”

Der Begriff der “Gestalt” stammt aus der Philosophie von Christian von Ehrenfels (1859-1932). Er gilt als Vordenker der Gestaltpsychologie und der Gestalttheorie. In seinem Aufsatz “Über Gestaltqualitäten” beschreibt er eine Gestalt als etwas Ganzes, das immer mehr ist als die Summe seiner Teile. Einsichtig ist das in der Musik: Eine Melodie ist mehr als die Summe der einzelnen Töne. 

Die Gestaltpsychologie nimmt anfangs des 20. Jahrhunderts die Grundideen Christian von Ehrenfelds auf und überträgt sie auf eine Psychologie der Wahrnehmung. Sie entdeckt Gesetzmäßigkeiten in der Wahrnehmung und formuliert daraus Gestaltgesetze. Fritz und Laura Perls, die beide in den 20-er Jahre Kontakt zur Gestaltpsychologie hatten, übertragen deren Erkenntnisse und die wichtigsten Gestaltgesetze in die Psychotherapie.

Gesetz der Gestaltschließung: Unsere Wahrnehmung drängt dazu, offene Gestalten zu einem Ganzen zu ergänzen (z.B. im Bild die weisen Linien in den schwarzen Kreisen zu einem Würfel). In der Gestalttherapie geht man davon aus, dass auch der menschliche Organismus zur Gestaltschließung drängt. Offene Gestalten behindern die Ganzheit des Menschen. Offene Gestalten sind die unerledigten Angelegenheiten und unabgeschlossenen Situationen in der Biographie (z.B. unverarbeitete Verletzungen, unerfüllte Bedürfnisse, ...). Gestalttherapie fördert beim Klienten bei der Schließung offener Gestalten.

Gesetz der Prägnanz (Prägnanztendenz): Bei der Wahrnehmung tritt die Gestalt in den Vordergrund, die sich von anderen abhebt. In der Gestalttherapie geht man davon aus, dass im therapeutischen Prozess sich das Wesentliche aus dem Hintergrund abhebt und prägnant wird und damit an Struktur und Klarheit gewinnt. Das sind häufig unabgeschlossen Gestalt.

Gesetz der Gestaltkontinuität: Bei der Wahrnehmung fallen die Reize ins Auge, die sich kontinuierlich fortzusetzen scheinen. In der Gestalttherapie geht man daher davon aus, dass der Mensch nach Kontinuität strebt und wie mit einem “roten Faden” die Einzelteile seiner Biographie miteinander verbindet. Dieser “roter Faden” wird als Sinn des Ganzen erlebt und bildet den Zusammenhang.

 

 

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