Grundprinzipien

Grundprinzipien der Gestalttherapie

Ausweitung von Bewusstheit (Awareness)

In der Gestalttherapie hat der Klient die Möglichkeit, die Bewusstheit über sich, seine Gefühle und sein Verhalten auszuweiten. Durch sensitive Awareness nach innen und außen kann mehr von dem erfasst werden, was sich abspielt. Der Klient lernt, seine Bedürfnisse und Gefühle früher und besser wahrzunehmen und zu achten. Gleichzeitig erweitert sich damit auch die Wahrnehmungsfähigkeit für den anderen Menschen.
Der Klient kann die Botschaften aus der Vergangenheit, die sogenannten Introjekte entdecken, die er mit sich trägt. Er kann bisher verdrängte Gefühle wahrnehmen lernen. Er kann sich seiner Mechanismen bewusst werden, mit denen er bisher Kontakt, Konflikte, Gefühle etc. vermieden hat.

Problemlösung durch Kreativität

Kreativität spielt in der Gestalttherapie eine große Rolle, denn Kreativität erweitert die Lebensmöglichkeiten. Der Mensch ist ein kreatives Wesen. Kreativität bedeutet Lebendigkeit. Oft sehen Klienten nur einen oder zwei Lösungsmöglichkeiten bei einem Problem. Kreativität erweitert den Spielraum und lässt weitere Wege entdecken. Je größer die Anzahl der Ideen, desto größer die Chance, dass brauchbare dabei sind.
Kreativität fördert die Ausdrucksmöglichkeit des Klienten. Dies kann durch viele verschiedene Methoden geschehen wie z.B. durch Zeichen, malen, tönen, Körperbild,... Immer bestimmt der Klient, welche Methode für ihn die passende ist.

Arbeiten im “Hier und Jetzt”

Fritz Perls, der Begründer der Gestalttherapie, hat zugespitzt gesagt: “Wirklichkeit ist nur im Jetzt”. Thema der Therapie ist, was dem Klienten im “Hier und Jetzt”, also im Moment der Therapiesitzung in den Vordergrund tritt. Das kann durch aus Vergangenes sein. Vergangenes wird aber dadurch verarbeitet, das es vergegenwärtig und damit durchlebt und erfahren wird. Dies kann durch Imagination, Rollenspiel, Dialog und anderen Ausdrucksformen geschehen.

Regulation des Selbstwertgefühls

Wesentlich für den Menschen ist ein gesundes Selbstwertgefühl. Das ist die Wertschätzung der eigenen Person “so wie sie ist”, mit ihren Stärken und Schwächen. Selbstwert wird gesteigert durch Ich-Stärke, indem ich mich mit meinen Wünschen und Bedürfnissen annehme. Das ist nicht Egoismus. Im Gegenteil. Menschen mit einen guten Selbstwertgefühl, haben es nicht nötig, sich ständig um sich selbst zu drehen. Sie sind beziehungsfähig und sachbezogen und gerade nicht egozentrisch.
Viele Menschen tragen in sich aber andere Botschaften, die sogenannten “Entwerter”. Sie sagen einen z.B.: “Das kannst du nicht!” - “Du hast zwei linke Hände!” - “Du bist ein Feigling!” In der Therapie gilt es diese zu erkennen und einschätzen zu lernen.
Gestalttherapie geht davon aus, dass jeder Mensch für sich und damit auch für seine Selbstwertregulierung verantwortlich ist. Ziel ist also: die eigenen Fähigkeiten und Resourcen zu entdecken und zu würdigen und die Entwerter zu entwerten.

Förderung der Integration

Vielen Menschen erleben sich als zersplittert. Persönlichkeitsanteile werden abgespalten oder verdrängt oder unterdrückt. Gestalttherapie fördert die Integration der verschiedenen Anteile eines Menschen. Dies geschieht, indem ich mir meiner Vielschichtigkeit bewusst werde, mich auch mit abgespaltenen Anteilen in Kontakt trete und mich mit ihnen identifiziere und auch von ihnen trenne, weil ich erkenne, dass sie nicht zu mir gehören. Wesentlich ist dabei auch die Integration der eigenen Schattenseiten, der Ängste und unangenehmen Gefühle wie Scham, Neid, Hass, etc.

Heilung aus Beziehung

Die Gestalttherapie geht davon aus, dass Beziehungsfähigkeit etwas grundlegend notwendiges für den Menschen ist. Der Mensch tritt immer in Beziehung zu seiner Umwelt. In der Gestalttherapie nennt man das auch Kontakt. Ziel ist es, die Kontakt- bzw. Beziehungsfähigkeit des Klienten auszuweiten.
Daher spielt auch der Kontakt zwischen dem Therapeuten und dem Klienten eine wichtige Rolle. Der Therapeut ist nicht psychologischer Deuter oder Techniker oder Lehrer, sondern gegenüber. Durch die lebendige Begegnung zwischen Therapeuten und Klienten geschieht Veränderung. Fragen, die dabei auftauchen können, sind: Wie viel Kontakt ist dem Klienten möglich? Was behindert den Kontakt? Wie gut kann der Klient den Therapeuten wahrnehmen? Wie ist das Kommunikationsverhalten des Klienten? Der Augenkontakt? Das Zuhören können?
Darüber hinaus tritt der Klient über die die Methode des “leeren Stuhls” in Kontakt mit Personen aus dem Leben oder mit Anteilen seiner selbst, indem er sich mit Ihnen identifiziert und in einen Dialog tritt.

 

Norbert Heinritz - Hauptstraße 25 - 90530 Wendelstein - www.heinritzonline.de
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